Produkte von DWM DEUTSCHE WAFFEN- UND MUNITIONSFABRIKEN BERLIN

Der riesige Industriestandort in Borsigwalde ist in seiner Entwicklung und Nutzung eng mit der deutschen Militär- und Politikgeschichte

verbunden: Zweimal versorgten die hier angesiedelten Rüstungsbetriebe deutsche Soldaten mit Waffen und Munition;

zweimal wurden die Unternehmen von der Entente und den Alliierten verpflichtet, ihre Produktion auf zivile Güter umzustellen.

Heute wird ein Teil der Gebäude von Archiven genutzt, die der Geschichte und der Erinnerung verpflichtet sind. Und im Zentrum des

Areals ist die aktive industrielle Produktion mit einem Hersteller von Messingstangen, Profilen und Drähten weiter vertreten.

 DWM

Der riesige Industriestandort in Borsigwalde ist in seiner Entwicklung und Nutzung eng mit der deutschen Militär- und Politikgeschichte verbunden: Zweimal versorgten die hier angesiedelten Rüstungsbetriebe deutsche Soldaten mit Waffen und Munition; zweimal wurden die Unternehmen von der Entente und den Alliierten verpflichtet, ihre Produktion auf zivile Güter umzustellen.

Heute wird ein Teil der Gebäude von Archiven genutzt, die der Geschichte und der Erinnerung verpflichtet sind. Und im Zentrum des Areals ist die aktive industrielle Produktion mit einem Hersteller von Messingstangen, Profilen und Drähten weiter vertreten.

DWM

Aufrüstung am Stadtrand

 

Schon in den 1870er Jahren hatte Ludwig Loewe mit dem Waffenbau in Berlin begonnen; 1896 gründete er mit den ‚Mauser- Werken‘ und der ‚Deutschen Metallpatronenfabrik AG‘ aus Karlsruhe die ‚Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken‘. Auf der Suche nach Expansionsmöglichkeiten folgte das Unternehmen dem Zug der Berliner Industrie an den Stadtrand. Nördlich des Charlottenburger Weges, dem heutigen Eichborndamm, fand sich ein mehr als 30 Hektar großes, noch unbebautes Grundstück, das günstig an der Berlin-Kremmener-Eisenbahn lag, mit einem eigenen Gütergleis erschlossen werden konnte und mit dem 1894 eröffneten Bahnhof auch für die Mitarbeiter gut erreichbar war.

900 Meter Front

Die Planung des neuen Standortes übernahm Paul von Gontard, DWM-Generaldirektor und Sproß einer renommierten Berliner Architektenfamilie. Der Auftrag für die Ausführung ging an den Baukonzern Boswau & Knauer. Schrittweise wurde das Grundstück von Süden nach Norden bebaut, bis eine 900 Meter lange Fabrikfront die Straße säumte. Neben Werkstätten, einem kleinen Betriebskraftwerk, Verwaltungs- und Sozialgebäuden entstand 1906 bis 1907 die erste große Sheddachhalle mit einem zweigeschossigen Mantelbau. Diese Kombination bewährte sich und kam in der Folge mehrfach zur Ausführung. Der Erstling wurde 1912 nach Plänen des Architekten Alfred Kühn auf eine Gesamtlänge von 220 Metern erweitert und mit einem kräftigen Eckturm versehen – ein städtebaulicher Auftakt der großen Anlage mit Blickbeziehungzum Bahnhof Eichborndamm.

Der Vertrag von Versailles

Von 1915 bis 1918 mit Energie vorangetrieben, brach der Ausbau der Fabrik mit Ende des Krieges jäh ab. Der Vertrag von Versailles untersagte die Waffenproduktion in Deutschland, und das große Werk musste seine Produktion umstellen. Unter der Firmierung ‚Berlin-Karlsruher Industriewerke AG‘ stellte es nun unter anderem Haushaltsgeräte, Bestecke und Kugellager her. 1928 übernahm Günther Quandt den maroden Betrieb; er straffte die Produktion, legte unrentable Teile still und vermietete den großen Hallenkomplex im Süden an ‚General Motors‘.

 

Der Zweite Weltkrieg 

Mit den Kriegsvorbereitungen der Nationalsozialisten wurde der Standort erneut für die Waffenproduktion aktiviert, die ab 1936 auch wieder unter der alten Firmierung DWM geführt wurde. Entlang der Miraustraße im Norden wurde das Fabrikareal erweitert, und neben der DWM produzierten jetzt auch die ‚Mauserwerke‘ und die ‚Dürener Metallwerke‘ am Standort in Borsigwalde. Um das Fabrikgelände herum wurden mehrere Zwangsarbeiterlager gebaut, ein weiteres am Bahnhof Schönholz. Nach 1945 wurde die Waffenproduktion für immer eingestellt.

Für die Filterung wurden keine Ergebnisse gefunden!
Zuletzt angesehen